Weihnachten und die Adventzeit

Weihnachten und die Adventzeit

22. Dezember 2019 Aus Von Xaver Kainz

Die Adventzeit hier in Kamerun fühlt sich für mich auf keinen Fall an wie würde ich mich mit großen Schritten Weihnachten nähern, sondern vielmehr als käme im angehaltenen Spätsommer ein großes Fest mit viel rotem Layout auf uns zu. Denn Jahreszeiten in diesem Sinne wie in Europa gibt es am Äquator nicht. Bei einer sehr hohen Luftfeuchtigkeit liegt die Durchschnittstemperatur dauerhaft zwischen 20° und 25° Grad Celsius wobei die Sonne sowohl um 6 Uhr auf sowie unter geht. Den größeren Unterschied zwischen den Monaten macht die Regenzeit, die ca. von Anfang September bis Mitte November anhält. Weihnachtsstimmung kommt dabei eher weniger auf. Selbst wenn man es sich mit einem Früchtetee und den Spotify-Weihnachtsplaylisten fast zwanghaft im Bett gemütlich macht, um wenigstens ein kleines Christkindlmarktgefühl nach Ebolowa herüber schwappen zu lassen.

Es ist unglaublich wie sehr Weihnachten und die Adventszeit in Österreich für mich mit einer dunklen und kalten Jahreszeit verbunden sind. Ein großer Anteil des Weihnachtsfestes in Österreich ist meiner Meinung nach die Wintersonnenwende und das finale Wiederlängerwerden des sich temporär versteckenden Tageslichtes. Erst hier habe ich entdeckt wie sehr ich mit Weihnachtsliedern, Weihnachtsbeleuchtung und Geschenken rund um Neujahr auch Mütze, Schal und Handschuhe verbinde. Es geht soweit, dass für mein Bauchgefühl das Klima in Wien immer noch wie zu August ist. Und es kann doch nicht wahr sein, dass im August in Wien Weihnachten gefeiert wird. So funktioniert das doch einfach nicht. Wie kann ein und das selbe Fest zwei so unterschiedliche Charaktere haben?

PS.: Frohes Fest und guten Rutsch wünschen auch Christian und Emanuel