Die ersten Tage und Eindrücke
Es war soweit am 19.8.2019 stiegen Sebastian und ich in das Flugzeug, das uns zuerst nach Istanbul bringen sollte, um von dort mit einem weiteren Flieger über Douala nach Yaoundé zu reisen. In Yaoundé angekommen war es bereits 1 Uhr morgens und wir hatten immer noch eine 3 stündige Autofahrt nach Ebolowa, der finalen Destination, vor uns.
Das Farbbild verglichen mit dem Istanbuler Flughafen hatte sich komplett verändert. Anstelle des dezenten Graus des vorerst größten Flughafens der Welt traten Gelb-, Braun- und Rottöne, die ich bis jetzt als typisch für meine Umgebung empfunden habe. Der Boden in seinem lehmigen rot prägt die visuellen Eindrücke maßgeblich. Außerhalb des Flughafens war es dunkel und nebelig und Ich war so erschöpft, dass ich auf der Fahrt nach Ebolowa tatsächlich schlafen konnte.
Die Straße von Yaoundé nach Ebolowa schlängelt sich von Dorf zu Dorf durch den tropischen Wald. Meist ist sie asphaltiert und gut befahrbar und wahrscheinlich kommt einem gerade deswegen um 3:00 Uhr in der Früh alle fünf Minuten ein Lastwagen entgegen, der sich im dunkeln nur durch zusätzliche Warnleuchten am Dach der Kabine von einem normalen PKW unterscheidet. Eben diese Lastwagen fahren rücksichtslos und platzergreifend, sodass wir als entgegenkommende jedes Mal am Straßenrand halt fanden, um sie vorbeifahren zu lassen. Die meisten hatten 3 massive Holzstämme mit jeweils einem Meter Durchmesser geladen. Weiters mussten wir auch alle 30 min aufgrund von Polizeikontrollen stoppen. In Ebolowa angekommen fielen wir beide dann erschöpft ins Bett ( jedoch erst nachdem wir unsere Moskitonetze montiert hatten).
Die folgenden Tage waren voller neuer Eindrücke. Hier in Kamerun sind noch Ferien, so wie in Österreich auch, und derzeit wird in der Schule ein Ferienprogramm veranstaltet. Am Vormittag findet Ferienunterricht statt und am Nachmittag werden Spiele mit den Kindern und Jugendlichen gespielt. Das Wichtigste dabei sind großen Lautsprecher das Mikrophon und das Mischpult. So tönen Popsongs über das ganze Schulgelände, die wie im Prater durch Ansagen der Jugenbetreuer_innen über das kommende Programm in den nächsten Stunden und Tagen unterbrochen werden. Dabei wird viel getanzt und gerade die Kinder stellen sich in die Mitte einer Gruppe, die sie daraufhin anfeuert, und bewegen sich mit einer Leichtigkeit zur Musik, die seines gleichen sucht.
Ich möchte diesen Blogpost mit einem Stimmungsbild enden lassen, das mir in den letzten Tagen im Kopf geblieben ist. Um für ein Fest Werbung zu machen, sind wir mit eben diesen Lautsprechern und einem Pickuptruck durch die Stadt gefahren. Wir saßen mit zwei Jugendleiterinnen und drei Kinder hinten auf der Ladefläche und spielten Musik. Davor hatten wir Flyer gedruckt die wir nun durch die Luft in die Hände von allen, die sie lesen wollten flattern ließen. Als ich da so saß und die Zettel zu Boden gleiten sah, während im Hintergrund eine Schar von Kindern dem Auto nach lief, da grinste ich über beide Ohren: Das man so etwas als Zivildiens machen kann!
Hier noch ein Paar Fotos!







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